Kein Heft,
kein Buch, keine Tafel, dafür flimmernde Computer-Monitore: Sieht so
das Klassenzimmer der Zukunft aus?
 Filzstift und Heft gibt’s nicht
mehr: Elmedina und Kevin (beide 6) können bereits spielend mit
dem Computer umgehen.
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Duisburg-Homberg,
Grundschule in der Kirchstraße: Ein hundert Jahre alter
Rotklinkerbau, im Flur riecht’s nach Bohnerwachs, verstaubten
Schulbüchern.
Doch der Schein trügt! Hinter den alten Mauern liegt das
modernste Klassenzimmer Europas, ein Pilotprojekt, gefördert mit
EU-Millionen aus Brüssel.
Statt in linierte Schulhefte schreiben die Sechsjährigen mit
„Elektro-Griffeln“ auf berührungsempfindliche
High-Tech-Computerbildschirme. Diese sind vor ihnen in die
Schulpulte eingelassen. Mit der Lehrerin kommunizieren die
Schulanfänger „interaktiv“, können von ihrer Schulbank Buchstaben
und Worte elektronisch (E-Mail) an die „Tafel“ schicken – einen
elektronischen Großbildschirm.
 Lernmethoden einer neuen Generation:
Mit einem Computerstift reihen die Kids Buchstaben aneinander,
malen ihre Lieblingsbilder oder schicken sich E-Mails.
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BILD besuchte die ersten
deutschen High-Tech-Schüler:
Dreizehn Erstklässler und Lehrerin Claudia Tewissen (33)
sitzen vor der flimmernden Ersatztafel, dem ultramodernen
Großmonitor. „Heute wollen wir lernen, wie man mit der Tastatur
umgeht.“ Sabrina und Yvonne (beide 6 Jahre) legen los: Statt die
Buchstaben mit dem Computerstift aus einer Tabelle zusammenzusetzen,
tippen sie diese auf die Computer-Tastatur. „KOKOSNUSS“.
Sabrina klickt auf den eingebauten Lautsprecher, eine blechern
klingende Stimme liest ihr das Wort vor. „Wir sind ganz schön
schnell, oder?“, freut sie sich. „Für die Kinder ist der Umgang mit
dem PC mittlerweile ganz normal“, sagt Claudia Tewissen.
Die Idee zu diesem Pilotprojekt hatte Prof. Dr. Ulrich Hoppe
(45), Informatiker an der Uni Duisburg, im Oktober ’98: „Damals
haben wir uns überlegt, wie man einen Lehrraum computerintegriert
gestalten kann.“
 Die Grundschule Kirchstraße in
Duisburg-Homberg: Hinter diesen alten Gemäuern verbirgt sich
Europas erstes High-Tech - Computer -
Klassenzimmer.
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Unterstützt von der Europäischen
Union (mit über 1,5 Millionen Mark), der Stadt Duisburg und Partnern
in Großbritannien und Portugal ging das Vorhaben „NIMIS“ (Network
Interactive Media in Schools) in Duisburg an den Start, zunächst für
ein Jahr.
Was ist das Ziel des einmaligen Projekts? Prof. Hoppe:
„Die Kinder sollen den spielerischen Umgang mit den modernen
digitalen Medien erlernen. Denn nur, wer sehr früh die neuen
Techniken beherrscht, wird im Informationszeitalter eine Chance
haben. Die Zukunft an Deutschlands Schulen wird aussehen wie hier in
Duisburg.“