17.04.2000

Von CLARISSA SCHMARJE

Kein Heft, kein Buch, keine Tafel, dafür flimmernde Computer-Monitore: Sieht so das Klassenzimmer der Zukunft aus?

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Filzstift und Heft gibt’s nicht mehr: Elmedina und Kevin (beide 6) können bereits spielend mit dem Computer umgehen.

Duisburg-Homberg, Grundschule in der Kirchstraße: Ein hundert Jahre alter Rotklinkerbau, im Flur riecht’s nach Bohnerwachs, verstaubten Schulbüchern.

Doch der Schein trügt! Hinter den alten Mauern liegt das modernste Klassenzimmer Europas, ein Pilotprojekt, gefördert mit EU-Millionen aus Brüssel.

Statt in linierte Schulhefte schreiben die Sechsjährigen mit „Elektro-Griffeln“ auf berührungsempfindliche High-Tech-Computerbildschirme. Diese sind vor ihnen in die Schulpulte eingelassen. Mit der Lehrerin kommunizieren die Schulanfänger „interaktiv“, können von ihrer Schulbank Buchstaben und Worte elektronisch (E-Mail) an die „Tafel“ schicken – einen elektronischen Großbildschirm.

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Lernmethoden einer neuen Generation: Mit einem Computerstift reihen die Kids Buchstaben aneinander, malen ihre Lieblingsbilder oder schicken sich E-Mails.

BILD besuchte die ersten deutschen High-Tech-Schüler:

Dreizehn Erstklässler und Lehrerin Claudia Tewissen (33) sitzen vor der flimmernden Ersatztafel, dem ultramodernen Großmonitor. „Heute wollen wir lernen, wie man mit der Tastatur umgeht.“ Sabrina und Yvonne (beide 6 Jahre) legen los: Statt die Buchstaben mit dem Computerstift aus einer Tabelle zusammenzusetzen, tippen sie diese auf die Computer-Tastatur. „KOKOSNUSS“. Sabrina klickt auf den eingebauten Lautsprecher, eine blechern klingende Stimme liest ihr das Wort vor. „Wir sind ganz schön schnell, oder?“, freut sie sich. „Für die Kinder ist der Umgang mit dem PC mittlerweile ganz normal“, sagt Claudia Tewissen.

Die Idee zu diesem Pilotprojekt hatte Prof. Dr. Ulrich Hoppe (45), Informatiker an der Uni Duisburg, im Oktober ’98: „Damals haben wir uns überlegt, wie man einen Lehrraum computerintegriert gestalten kann.“

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Die Grundschule Kirchstraße in Duisburg-Homberg: Hinter diesen alten Gemäuern verbirgt sich Europas erstes High-Tech - Computer - Klassenzimmer.

Unterstützt von der Europäischen Union (mit über 1,5 Millionen Mark), der Stadt Duisburg und Partnern in Großbritannien und Portugal ging das Vorhaben „NIMIS“ (Network Interactive Media in Schools) in Duisburg an den Start, zunächst für ein Jahr.

Was ist das Ziel des einmaligen Projekts? Prof. Hoppe: „Die Kinder sollen den spielerischen Umgang mit den modernen digitalen Medien erlernen. Denn nur, wer sehr früh die neuen Techniken beherrscht, wird im Informationszeitalter eine Chance haben. Die Zukunft an Deutschlands Schulen wird aussehen wie hier in Duisburg.“